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Der Leitfaden

Getragene Schuhe verkaufen

Diese Warengruppe hat die höchsten Einzelpreise im ganzen Markt und zugleich die einzige Kostenfalle, die andere nicht kennen: das Porto. Wer beides zusammen rechnet, versteht die Nische in zehn Minuten.

Übliche Spanne
45–120 €
Porto je Paar
7–12 €
Untergrenze
45 €
Nachschub
0 €

Kurz beantwortet

Getragene Schuhe erzielen 45 bis 120 Euro, abhängig fast ausschließlich vom Zustand. Anders als bei Socken oder Wäsche zählt hier nicht die Tragedauer in Tagen, sondern der sichtbare Verschleiß über Wochen und Monate. Die Besonderheit: Das Porto liegt bei 7 bis 12 Euro statt 4 bis 5, weshalb sich Angebote unter 45 Euro rechnerisch nicht lohnen. Dafür kostet der Nachschub nichts – verkauft wird, was ohnehin im Schrank steht.

Von Annika Vollmer 18. August 2026 5 Min. Lesezeit

01Warum diese Warengruppe anders funktioniert

Socken und WäscheSchuhe
Preisfaktor Nr. 1Tragedauer in TagenVerschleiß über Monate
Einzelpreis20–60 €45–120 €
Porto4–6 €7–12 €
Nachschubkosten1–8 € je Stückkeine
Vorlauf bis zur Ware1–3 TageWochen bis Monate
Menge pro Monatbeliebig skalierbardurch den Schrank begrenzt
Die letzten beiden Zeilen erklären, warum Schuhe fast nie als alleiniges Standbein funktionieren – wohl aber als hochpreisige Ergänzung.

Der praktische Schluss: Schuhe sind kein Mengengeschäft. Wer zwei bis vier Paar im Jahr abgibt, die ohnehin ausgemustert würden, erzielt damit dreistellige Beträge ohne jeden Wareneinsatz. Wer daraus ein laufendes Geschäft machen will, müsste Schuhe einkaufen und monatelang tragen – und daran scheitert die Rechnung.

02Was Schuhe einbringen

ZustandPreisNachfrage
Wenige Wochen getragen45–65 €mittel
Einige Monate, sichtbar getragen60–95 €hoch
Stark getragen, deutliche Spuren85–120 €hoch
Sportschuhe nach Training70–110 €hoch
Mit passenden Socken als Set+20–35 €hoch
Mit Fotoangebot+15–30 €mittel
Marktübliche Spannen im deutschsprachigen Raum, Stand Sommer 2026, vor Provision und Versandkosten.

Die auffällige Zeile ist die dritte: Stärkerer Verschleiß bedeutet hier einen höheren Preis, nicht einen niedrigeren. Das ist der zentrale Unterschied zum normalen Gebrauchtwarenhandel und der häufigste Denkfehler beim Einstieg – abgelaufene Sohlen und ein abgenutztes Innenfutter sind in dieser Nische das Produktmerkmal, nicht der Mangel.

03Der Ablauf in sechs Schritten

  1. Identität trennen. Pseudonym, das nirgendwo sonst benutzt wird, eigene E-Mail-Adresse nur dafür, Auszahlung über die Plattform statt Direktzahlung.
  2. Absenderadresse klären. Bei einem Paketkarton ist die Anschrift besonders gut lesbar – dieser Schritt lässt sich nicht nachträglich korrigieren.
  3. Paare auswählen. Was ohnehin ausgemustert wird, ist der Bestand. Zwei bis vier Paare genügen für den Start.
  4. Zustand ehrlich einordnen und in Monaten angeben, nicht in Tagen.
  5. Sechs Aufnahmen machen: außen, Laufsohle, Innenraum, Ferse innen, Absatz, Größenprägung.
  6. Einzeln luftdicht verpacken, in einen neutralen Karton, mit Sendungsverfolgung versenden.

Eine Übersicht der Kategorie und ihrer Untergruppen bietet die Schuh-Verkäuferseite von truliki.

04Fotografieren: die sechs Aufnahmen

Bei Schuhen ersetzen die Bilder die Beschreibung. Wer sie sorgfältig macht, bekommt kaum Rückfragen – und genau darin liegt die Zeitersparnis dieser Warengruppe.

AufnahmeWas sie zeigt
Außenansicht seitlichForm, Falten, Gesamtbild
LaufsohleAbriebmuster – belegt das Gangbild, nicht vortäuschbar
Innenraum schräg von obenVerfärbung und Abrieb des Futters
Fersenbereich innendie stärkste Beanspruchungszone
Absatz von hintenabgelaufene Kanten
Größenprägungbelegt Größe und Modell
Die dritte Zeile ist bei den meisten Angeboten das fehlende Glied – und die Frage, die sonst per Nachricht kommt.

Wie sie gelingen

  • Seitliches Tageslicht, Fenster im Winkel von etwa 45 Grad. Kein Blitz.
  • Für den Innenraum den Schuh so drehen, dass Licht hineinfällt – ohne das sieht man nichts.
  • Einfarbiger Untergrund, ein Tuch genügt.
  • Vor dem Auslösen antippen, um zu fokussieren.

05Was ins Angebot gehört

AngabeWarum sie zählt
Marke und Modellanders als bei Socken ein echtes Filterkriterium
Größeeuropäische Nummerierung, ohne sie kein Treffer
ArtPumps, Sneaker, Stiefel, Sandale, Ballerina
Absatzhöhebei Damenschuhen eine eigene Filterkategorie
MaterialLeder, Synthetik, Textil – wirkt sich auf den Zustand aus
Tragedauer in Monatender Preisgrund
Zustand des Innenfuttersder meistgefragte Einzelpunkt überhaupt
Mit oder ohne Socken getragenmacht für die Nachfrage einen Unterschied
Acht Zeilen, unter zwei Minuten Aufwand je Paar. Die vorletzte wird sonst per Nachricht erfragt – und das kostet mehr Zeit als sie hineinzuschreiben.

06Anonymität bei Schuhversand

Der Adressschutz ist hier wichtiger als in jeder anderen Warengruppe, weil ein Karton auffälliger ist als ein Umschlag und das Etikett größer.

  • Absenderadresse. Am zuverlässigsten eine von der Plattform gestellte, alternativ Packstation, Postfach oder ein Umverpackungsdienst.
  • Kartons ohne Aufdruck. Der Originalkarton des Herstellers verrät Marke und Modell an jeden, der die Sendung sieht – und passt selten zum neutralen Auftritt.
  • Fotos ohne Wiedererkennbares. Kein Spiegel, kein Fenster bei Dunkelheit, keine Post im Hintergrund. Bei Aufnahmen am Fuß auf Tattoos und Schmuck achten.
  • Standortdienste der Kamera deaktivieren, dann entstehen die kritischsten Metadaten gar nicht.

Grundsätzliches dazu steht in dem Sicherheitsbereich von truliki.

07Was realistisch dabei herauskommt

AusgangslagePaare/JahrUmsatzGewinn
Gelegentlich ausmisten2130 €ca. 70 €
Regelmäßig ausmisten4–6300–450 €160–250 €
Viele Schuhe, häufiger Wechsel10–14750–1.100 €400–600 €
Nach Provision, Porto und Karton, vor Steuer. Ohne Wareneinsatz, weil verkauft wird, was ohnehin ausgemustert würde.

Der ehrliche Rahmen dieser Warengruppe steht in der ersten Spalte: Sie ist durch den eigenen Schrank begrenzt. Wer daraus ein laufendes Geschäft machen wollte, müsste Schuhe einkaufen und monatelang tragen, bis sie verkäuflich sind – und dann geht die Rechnung nicht mehr auf. Als Ergänzung zu Socken oder Wäsche ist sie dagegen die hochpreisigste Position überhaupt.

08Recht und Steuern in Kürze

FrageAntwort
Mindestalter18 Jahre, ausnahmslos, auf beiden Seiten
Genehmigung nötignein
Gewerbescheinbei gelegentlichem Abgeben eigener Paare nicht
Steuerpflichtja, ab dem ersten Euro
Kleinunternehmerregelungbis 22.000 € Vorjahresumsatz, § 19 UStG
Meldepflicht der Plattformenab bestimmten Schwellen an die Finanzbehörden
Bei dieser Warengruppe fällt die Abgrenzung zum Gewerbe besonders leicht: Wer eigene ausgemusterte Paare abgibt, handelt privat. Wer Schuhe zum Weiterverkauf einkauft, nicht mehr.

Versteuert wird der Gewinn, also Einnahmen minus Provision, Porto und Verpackung. Eine allgemeine Einordnung bietet die Rechtsübersicht bei truliki.

09Alle Themen dieser Seite

  1. Preise nach Zustand – die Skala, nach der bewertet wird.
  2. Versand und Porto – die Kostenfalle der Warengruppe.
  3. Gern getragene Damenschuhe – Modelle, Absatzhöhen und Nachfrage.
  4. Kaufen – die andere Marktseite.
  5. Plattformen – wo Schuhe eine eigene Kategorie haben.
  6. Hintergrund – warum gerade abgetragene Schuhe nachgefragt werden.

·Häufige Fragen

Wie verkauft man getragene Schuhe?

Über einen spezialisierten Marktplatz: Pseudonym anlegen, Absenderadresse klären, zwei bis vier ausgemusterte Paare auswählen, Zustand in Monaten angeben, sechs Aufnahmen machen und einzeln verpackt in neutralem Karton versenden.

Was bringen gebrauchte Schuhe?

45 bis 65 Euro bei wenigen Wochen Tragedauer, 60 bis 95 Euro nach einigen Monaten und 85 bis 120 Euro bei starkem Verschleiß. Sportschuhe nach dem Training liegen bei 70 bis 110 Euro.

Warum lohnen sich Schuhe unter 45 Euro nicht?

Weil das Porto bei 7 bis 12 Euro liegt statt bei 4 bis 5 wie bei Socken. Nach Provision, Porto und Karton bleibt von 40 Euro kaum etwas übrig – bei gleichem Aufwand wie bei einem Paar für 90 Euro.

Sind abgenutzte Schuhe weniger wert?

Nein, im Gegenteil. Sichtbarer Verschleiß an Sohle und Innenfutter ist in dieser Nische das Produktmerkmal und erhöht den Preis. Das ist der häufigste Denkfehler beim Einstieg.

Braucht man einen Gewerbeschein?

Beim gelegentlichen Abgeben eigener ausgemusterter Paare nicht. Wer Schuhe gezielt zum Weiterverkauf einkauft, bewegt sich in Richtung gewerblicher Tätigkeit. Steuerpflichtig sind die Einnahmen in jedem Fall.

Wie viele Paare kann man verkaufen?

Begrenzt durch den eigenen Schrank – das ist die Eigenart dieser Warengruppe. Zwei bis vier Paare im Jahr sind realistisch, mehr nur, wenn ohnehin viel ausgemustert wird.

Welche Fotos braucht ein Schuhangebot?

Sechs: Außenansicht, Laufsohle, Innenraum von schräg oben, Fersenbereich innen, Absatz von hinten und Größenprägung. Die Aufnahme des Innenraums fehlt bei den meisten Angeboten und ist zugleich die meistgefragte.

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